Ein nasser Karton ist ein schwacher Karton – oft, ohne dass man es sofort sieht. Schon erhöhte Luftfeuchte kann die Tragkraft einer Verpackung dramatisch senken. Warum das so ist und wie du es verhinderst.
Warum Feuchtigkeit die Pappe schwächt
Wellpappe besteht aus Papierfasern, die über Wasserstoffbrücken zusammenhalten – diese Bindungen geben der Pappe ihre Steifigkeit. Papier ist jedoch hygroskopisch: Es zieht Feuchtigkeit aus der Luft. Dringt Wasser ein, lösen sich die Faserbindungen, die Pappe wird weich und verliert ihre Form- und Tragstabilität.
Bis zu rund 60 % weniger Festigkeit
Studien zeigen: Nimmt Wellpappe Feuchtigkeit auf, kann ihr Stapelstauchdruck (BCT) um bis zu rund 60 % fallen. Schon der Wechsel von normaler zu sehr hoher Luftfeuchte kostet einen großen Teil der Festigkeit. Die Folge: Der Stapel sackt, Kartons quellen, beulen aus und brechen im schlimmsten Fall ein.
Die unterschätzte Gefahr: Kondenswasser
Nicht nur Regen oder nasser Boden sind kritisch. Auch Kondenswasser ist tückisch – etwa wenn kalte Ware in eine warme Halle kommt und sich Feuchtigkeit auf der Oberfläche niederschlägt. Das passiert besonders bei Temperaturwechseln und im Seetransport.
So schützt du deine Kartons
- Trocken lagern, bei möglichst gleichmäßiger Luftfeuchte (Richtwert ca. 50–65 %).
- Auf Paletten statt direkt auf dem Boden – schützt vor aufsteigender Feuchte.
- Vor Nässe schützen: Regen, Schnee, Spritzwasser und feuchte Unterlagen meiden.
- Temperaturschocks vermeiden, damit kein Kondenswasser entsteht.
- Bei dauerhaft feuchten Bedingungen stärkere oder beschichtete Qualitäten wählen.
Fazit
Die beste Wellpappe nützt wenig, wenn sie feucht wird. Trockene Lagerung und Schutz vor Kondenswasser erhalten die Stapelfestigkeit – und verhindern eingebrochene Stapel und Transportschäden.
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Hinweis: allgemeine Informationen. Konkrete Festigkeitsverluste hängen von Wellpappensorte, Temperatur, Dauer und Feuchtegrad ab.