Seit 2025 müssen schwere Pakete ein Gewichtssymbol tragen – und der häufigste Irrtum ist, das für eine reine Aufkleber-Pflicht zu halten. Tatsächlich hängt bei DHL alles am Gewicht in deinen Versanddaten. Dieser Beitrag erklärt, wie das Symbol entsteht, warum DHL nachwiegt und wie du Zusatzentgelte vermeidest.
Die Pflicht: 10+ und 20+ (Postgesetz §73)
Mit der Reform des Postgesetzes (Paragraf 73) gilt seit dem 1. Januar 2025 eine Kennzeichnungspflicht für schwere Pakete – zum Arbeitsschutz der Zusteller. Es gibt zwei Gewichtsstufen:
- über 10 kg: Symbol 10+
- über 20 kg: Symbol 20+
Die Regel gilt carrier-übergreifend (u. a. DHL, DPD, GLS, UPS).
Das Symbol entsteht aus dem Gewicht – nicht aus einem Aufkleber
Wichtig zu verstehen: Bei DHL wird das 10+/20+ Symbol automatisch aus dem Gewicht erzeugt, das du in deinen Versanddaten (PAN-Daten) übermittelst. Die Funktion ist seit Oktober 2024 in den DHL-Versandsystemen und der API integriert. Wer das korrekte Gewicht angibt, bekommt das richtige Symbol also automatisch aufs Label – ohne extra Aufkleber.
Der Knackpunkt: DHL wiegt nach
DHL erfasst das tatsächliche Gewicht der Sendungen. Weicht deine Angabe ab, entstehen seit dem 1. April 2025 Aufwandsentschädigungen. Laut DHL-Infoblatt sind das im Kern drei Fälle:
- Gewichtskorrekturentgelt – wenn das übermittelte Gewicht nicht zur tatsächlichen Gewichtsstufe passt (z. B. 9 kg angegeben, real über 10 kg).
- Kennzeichnungsentgelt – wenn das Paket falsch oder gar nicht gekennzeichnet ist (folgt in der Praxis meist aus einer falschen Gewichtsangabe).
- Einziehungsentgelt – wenn ein zu niedrig angegebenes Gewicht zu einem zu niedrigen Preis geführt hat; dann wird die Differenz nachberechnet (und es fällt kein zusätzliches Kennzeichnungs- bzw. Gewichtskorrekturentgelt an).
Konkrete Beträge nennt DHL öffentlich nicht – sie ergeben sich aus dem Vertrag. Betroffen sind vor allem Geschäftskunden, die über eigene Systeme frankieren; bei Privatkunden ist das Symbol im Standard-Label bereits enthalten.
So vermeidest du Zusatzkosten
- Das tatsächliche Gewicht exakt erfassen und korrekt in den Versanddaten übermitteln – dann stimmt das Symbol automatisch.
- Eine geeichte bzw. zuverlässige Waage nutzen und schwere Sendungen vor dem Frankieren wiegen.
- Label prüfen, ob die Kennzeichnung (10+ bzw. 20+) sichtbar ist.
- Schwere Ware in einen stabilen, ausreichend festen Karton packen, der das Gewicht sicher trägt.
Fazit
Die Kennzeichnung schwerer Pakete ist weniger eine Aufkleber-Frage als eine Frage des korrekten Gewichts. Wer das tatsächliche Gewicht sauber erfasst und übermittelt, bekommt das 10+/20+ Symbol automatisch und vermeidet Nachbelastungen – und hilft gleichzeitig den Zustellern.
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Hinweis: Allgemeine Informationen, keine Rechtsberatung. Grundlage ist u. a. das DHL-Infoblatt „Pakete mit erhöhtem Gewicht" (Stand 02/2025). Konkrete Entgelte und Bedingungen hängen vom Vertrag bzw. Dienstleister ab – im Zweifel die aktuellen Konditionen prüfen.