Die EU führt eine erweiterte Herstellerverantwortung (EPR) für Textilien ein: Wer Textilien oder Schuhe auf den Markt bringt, muss sich künftig registrieren, Mengen melden und für Sammlung und Recycling zahlen. Die EU-Vorgabe gilt seit Oktober 2025; in Deutschland soll ein Textilgesetz bis 2027 folgen, die Sammelsysteme bis 2028. Noch ist es geplant – die Richtung ist klar.
Amazon verschärft die Anforderungen für den Versand durch Verkäufer (FBM): Seit dem 15. Juli 2026 gilt eine Pünktlichkeitsquote von mindestens 90 %; wer darunter bleibt, riskiert ab September deaktivierte Angebote. Zugleich sinkt die wählbare Bearbeitungszeit auf 0 oder 1 Tag. Schnell und pünktlich liefert nur, wer die Verpackung griffbereit hat.
Der Digitale Produktpass (DPP) kommt gestaffelt: ein digitaler Steckbrief mit Herkunft, Material, Reparatur- und Recycling-Infos, abgerufen über einen Code auf dem Produkt oder der Verpackung. Den Anfang macht 2027 der Batteriepass; Textilien, Stahl und Möbel folgen in Etappen. Die genauen Termine legt die EU nach und nach fest.
Seit dem 1. Juli 2026 müssen rücknahmepflichtige Elektro-Händler das Symbol der durchgestrichenen Mülltonne gut sichtbar auf der Produktdetailseite zeigen. Betroffen sind Händler ab 400 m² Lager- oder Versandfläche für Elektro sowie Anbieter von Einweg-E-Zigaretten – nicht jeder Online-Shop.
Wellpappe gehört zu den am besten recycelten Verpackungsstoffen überhaupt: Laut Wellpappenindustrie werden über 95 Prozent wieder recycelt. Über zwei Drittel aller Waren in Deutschland reisen in Wellpappe – und sie besteht schon größtenteils aus Altpapier. Der Karton von heute wird zur Wellpappe von morgen.
Seit dem 1. Januar 2026 bezieht DPD auch im nationalen Versand das Volumengewicht in die Frachtberechnung ein. Berechnet wird der höhere Wert aus echtem Gewicht und Volumengewicht. Ein großer, leichter Karton kann so plötzlich teuer werden – kompaktes Packen senkt die Kosten.
DHL hat die Warenpost national eingestellt; an ihre Stelle tritt das DHL Kleinpaket. Die automatische Umstellung des alten Produktcodes ist seit Juni 2026 aus – wer den alten Warenpost-Code weiter sendet, bekommt kein Versandetikett mehr. In der Versandsoftware muss der Code auf Kleinpaket (V62KP) umgestellt werden.
Amazon liefert nach eigenen Angaben in Europa bereits mehr als jede zweite Sendung ohne klassischen Karton aus – in verkleinerter, recycelbarer Verpackung oder Papiertasche. Maschinen schneiden Tasche und Karton in Echtzeit aufs Produktmaß zu. Was dieses Marktsignal für kleinere Händler bedeutet.
Die EU-Ökodesign-Verordnung (ESPR) verbietet die Vernichtung unverkaufter Textilien und Schuhe – zunächst für große Unternehmen ab dem 19. Juli 2026. Statt wegzuwerfen soll Ware gespendet, weiterverkauft oder recycelt werden; dazu kommt eine Transparenzpflicht. Mittlere Unternehmen folgen 2030, sehr kleine Betriebe sind ausgenommen.
Ungewöhnlich in Zeiten steigender Zuschläge: DHL gewährt Geschäftskunden seit 2026 einen kleinen Rabatt pro Sendung, wenn direkt an eine Packstation adressiert wird. Der Grund: Direkt an die Packstation spart DHL die Haustürzustellung. Beim Paket fällt der Rabatt etwas höher aus als beim Kleinpaket – bei vielen Sendungen summiert sich das übers Jahr.
GS1 will bis Ende 2027, dass Handelskassen neben dem klassischen Strichcode (EAN) auch 2D-Codes lesen können – etwa QR-Code oder GS1 DataMatrix. Der Vorteil: In ein kleines Quadrat passen viel mehr Daten (z. B. Charge, Mindesthaltbarkeit, Seriennummer), und der Code lässt sich direkt auf die Verpackung drucken. Ein Gesetz ist das nicht, aber der Handel stellt sich darauf ein.
Wiederverwendbare Versandverpackung war lange eine Öko-Nische – 2025/26 zieht sie in den Mainstream. Große Paketdienste bieten Geschäftskunden inzwischen Mehrweg-Boxen und -Taschen an: robuste Boxen für rund 50 Umläufe, Verschluss per Zipper statt Klebeband, Rücknahme und Reinigung über einen Pool. Angetrieben wird der Trend auch von den Mehrwegzielen der EU-Verpackungsverordnung.