Nach dem Verfassungsgerichts-Beschluss zur Tübinger Verpackungssteuer rollt die kommunale Welle: Seit September ist die Gemeinde Essel dabei, Potsdam folgt im Oktober. Das Modell: 50 Cent netto pro Einwegverpackung, 20 Cent pro Besteck. Laut Umwelthilfe zeigen 155 Städte Interesse. Wichtig: Es trifft To-go und Gastro – nicht den Versandkarton.
Seit dem 2. August 2026 gelten die Transparenzpflichten der EU-KI-Verordnung: Chatbots müssen sich spätestens bei der ersten Interaktion als KI zu erkennen geben, täuschend echte KI-Inhalte und KI-Bilder müssen gekennzeichnet werden. Was Shop-Betreiber jetzt prüfen sollten – und warum wir unsere eigenen Videos längst kennzeichnen.
Der BGH hat entschieden: Wer den eigenen früheren Preis durchstreicht, muss den niedrigsten Gesamtpreis der letzten 30 Tage klar erkennbar und gut lesbar angeben – eine kleingedruckte Fußnote genügt nicht. Der Rabatt muss sich zudem auf diesen Bestpreis beziehen. Abmahnungen laufen bereits. Was Shops vor der Rabattsaison prüfen sollten.
Ab dem 1. September 2026 streicht Amazon in 16 Kategorien die freiwillige 30-Tage-Rückgabegarantie – es gilt dann das gesetzliche Widerrufsrecht: 14 Tage widerrufen, danach 14 Tage zurücksenden. Mode, Schuhe, Uhren und Schmuck behalten 30 Tage. Was Käufer und vor allem Amazon-Händler jetzt wissen müssen.
Seit Mitte August testen eBay und DHL Sendungsverfolgung für Päckchen S und M: Wer das Label über die eBay-Versandplattform kauft, bekommt automatisch Tracking. Bislang war das Päckchen die letzte Sendungsart ohne Verfolgung. Der Pilot läuft bis Ende 2026 – ob Tracking 2027 für alle kommt, deutet DHL nur an.
Amazons Shopping-KI Rufus brachte 2025 knapp 12 Milliarden Dollar Zusatzumsatz, über 350 Millionen Kunden nutzten sie zuletzt binnen zwölf Monaten. Werbung läuft bereits im Chat, in den USA wurde Rufus im Mai durch das agentische 'Alexa for Shopping' ersetzt. Für Verkäufer heißt das: Wer seine Produktdaten nicht pflegt, riskiert, in KI-Antworten nicht empfohlen zu werden.
Zwei Konkurrenten bauen gemeinsam: Seit März bündeln DPD und GLS ihr Abhol- und Stationsgeschäft unter der Marke inboxx. Basis sind rund 10.000 Paketshops, das Ziel bis Ende 2027: 20.000 gemeinsame Abholpunkte, darunter bis zu 6.000 Automaten – als offenes Netz angelegt, anders als DHLs Packstation.
OpenAI wollte über eine Million Shopify-Händler in den ChatGPT-Checkout holen – live gingen rund 30. Im März kam der Umbau: Händler behalten die eigene Kasse, die KI wird zum Schaufenster. Walmart lieferte die Zahlen dazu, Shopify schaltete Millionen Händler-Kataloge frei. Für deutsche Shops gilt: Dabei ist bisher nur, wer an US-Kunden verkauft.
Der deutsche Onlinehandel wuchs 2025 um gut 3 Prozent – trotzdem meldeten in der Händlerbund-Jahresstudie 56 Prozent der befragten Händler sinkende Umsätze. Im ersten Halbjahr 2026 öffnet sich die Schere weiter: Der Markt legt 4,3 Prozent zu, Marktplätze wachsen schneller, asiatische Plattformen über 20 Prozent. Größte Belastung bleibt die Bürokratie.
Ein Konsortium aus Advent, FedEx, Gründer Brzoskas A&R und PPF bietet 15,60 Euro je Aktie für InPost – Bewertung: 7,8 Milliarden Euro. Die EU hat zugestimmt, die Annahmefrist läuft bis 18. September. Über 60.000 Paketautomaten betreibt InPost europaweit – nur in Deutschland baut der Konzern vorerst kein eigenes Netz.
Re-Zip, DS Smith und RAJA starten in Frankreich das nach eigenen Angaben größte Mehrweg-Rollout-Programm für E-Commerce-Versandverpackungen in Europa: Bis zu 20 Marken sollen binnen zwölf Monaten 250.000 Mehrwegboxen aus Karton in Umlauf bringen – per App verfolgt, vor jedem Wiedereinsatz geprüft, kofinanziert von der EU.
Ein Jahr lang haben acht Berliner Rewe-Märkte Mehrwegbecher aus über 80 Cafés über normale Leergutautomaten zurückgenommen. Seit Ende Juni liegen die Ergebnisse vor: Rund 95 Prozent der Befragten fanden die Rückgabe praktisch, über 80 Prozent würden eher Mehrweg wählen. Die Umwelthilfe fordert jetzt eine bundesweite Rücknahmepflicht.