Die Post fordert eine signifikante Portoerhöhung ab 2027, das Genehmigungsverfahren läuft – entschieden wird bis Ende 2026. Zahlen wie 1,10 oder 1,20 Euro sind bislang Spekulation. Fest angekündigt ist dagegen die Format-Reform: Der Maxibrief darf ab Januar nur noch 3 statt 5 Zentimeter hoch sein – dickere Sendungen werden automatisch teurer.
Wero, das Bezahlverfahren der europäischen Banken, ist seit November 2025 im deutschen E-Commerce live – und die Welle rollt: Decathlon und Lidl seit Juli, dm seit Ende August, Rossmann angekündigt. Über 57 Millionen Nutzer zählt Wero in Europa. Bezahlt wird direkt vom Konto, Händlern werden niedrige, gedeckelte Gebühren versprochen.
Ab dem 20. November gilt die EU-Verbraucherkreditrichtlinie CCD2: BNPL, Ratenkauf und Zahlungsaufschübe fallen unter das Kreditrecht – mit Bonitätsprüfung auch bei Kleinbeträgen. Die Pflicht trifft die Zahlungsanbieter, nicht den Shop. Der klassische Rechnungskauf bleibt in Deutschland unter Bedingungen ausgenommen.
Das neue EU-Abfallrecht gilt seit Mai – mit zwei scharfen Kanten: Ab dem 21. November dürfen Kunststoffabfälle nicht mehr in Nicht-OECD-Staaten wie Malaysia oder Vietnam exportiert werden, für mindestens zweieinhalb Jahre. Und Müll-Exporte laufen digital über das neue EU-System DIWASS. Experten erwarten mehr Druck aufs heimische Recycling.
Ab dem 1. Januar 2027 müssen Unternehmen mit über 800.000 Euro Vorjahresumsatz für inländische B2B-Umsätze E-Rechnungen ausstellen – die normale PDF per Mail gilt dann nicht mehr als Rechnung. Ab 2028 trifft die Pflicht alle Unternehmen. Dieses Q4 ist das letzte ruhige Fenster für die Umstellung.
Seit Januar drückt der Bund mit 6,5 Milliarden Euro die Netzentgelte – das senkt den Strompreis automatisch um grob ein bis zwei Cent pro Kilowattstunde, auch für Händler und Lager. Die dauerhafte Stromsteuer-Entlastung aufs EU-Minimum bekommt aber nur das Produzierende Gewerbe. Reiner Handel zahlt weiter die vollen 2,05 Cent.
Die EU-Omnibus-Richtlinie ist final: Nachhaltigkeits-Berichtspflicht nur noch für Unternehmen mit über 1.000 Beschäftigten und über 450 Millionen Euro Umsatz. Für kleine Lieferanten kommt ein Abfrage-Deckel mit ausdrücklichem Verweigerungsrecht. Und die LkSG-Berichtspflicht ist faktisch tot – das Portal ist seit Ende 2025 abgeschaltet.
Zwölf Monate nach dem Deutschland-Start liefert NIQ die erste unabhängige Bilanz: Gut jeder siebte erfasste Online-Käufer hat auf TikTok Shop bestellt, die Kauffrequenz steigt. TikTok selbst meldet über 25.000 aktive Verkäufer. Weniger erfreulich: Seit Januar liegt die Verkaufsgebühr bei 9 statt 5 Prozent – das Q4 wird der erste Weihnachts-Test damit.
Echte Bestellung, Ware behalten, Geld trotzdem zurückfordern: First-Party-Fraud ist im Adyen Fraud Report 2026 die meistgenannte Betrugsform – und nur 3 Prozent der Identitäten verursachen die Hälfte des Erstattungswerts. Laut LexisNexis führt die Region EMEA weltweit. Vor dem Q4 heißt das: Dokumentation ist der beste Schutz.
Seit Oktober 2025 gleichen Banken im Euroraum bei jeder Überweisung Name und IBAN ab (Verification of Payee). Heißt der Shop anders als der Kontoinhaber, sehen Kunden eine Warnmeldung – Zahlungsverzögerungen und Kaufabbrüche drohen. Der Fix ist simpel: Kontoinhaber exakt kommunizieren oder den Handelsnamen bei der Bank hinterlegen.
Ab dem 15. September gelten neue eBay.de-AGB für Bestandsnutzer – wer nicht binnen vier Wochen widerspricht, stimmt automatisch zu. Die brisanteste Neuerung: eBay kann die Nutzung von eBay Versand für Angebote verpflichtend vorgeben. Neu ist außerdem ein ordentlicher Kündigungsgrund bei unverhältnismäßig vielen Anfragen und Beschwerden.
Der gesetzliche Mindestlohn steigt in zwei bereits beschlossenen Stufen: seit Januar 2026 auf 13,90 Euro, ab Januar 2027 auf 14,60 Euro – zusammen knapp 14 Prozent in zwei Jahren. Die Minijob-Grenze wandert automatisch mit (603 → 633 Euro). Wer Pack- und Versandaushilfen für die Peak-Saison plant, sollte beide Stufen einkalkulieren.